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Geschichte der Stadt
Manětín wird zum Erstenmal in schriftlichen Urkunden in 1169 erwähnt, in dem König Vladislav I. den hiesigen Sprengel an Johanniterritterorden verwies. Die Johanniter bauten hier die erste Kirche, die dem Hauptordenspatron Johann dem Täufer eingeweiht wurde. Sie errichteten hier auch den Komtursitz, ggf. Komende. Ihre Entstehung kann man genauso im 12. Jahrhundert voraussetzen, wenn auch sie zum Erstenmal erst in 1325 schriftlich belegt wird. Sie befand sich in der Nähe der Kirche, wahrscheinlich westlich davon, wo heute das Pfarrhaus steht. An dem alten Handelsweg aus Eger (Cheb) nach Prag (Praha) entstand ein Städtchen mit einer Strassenform. König Wenzel I. erteilte der Stadt in 1235 das Marktrecht und die Gerichtsunabhängigkeit. Voraussichtlich schon im 14. Jh. benutzte sie ihr Wappen. Es entstand durch die Verbindung des silbernen Johanniterkreuzes im roten Feld (echte Schildhälfte) und des nach rechts sehenden schwarzen Adlers im goldenen Feld (linke Schildhälfte).
Nach den Hussitenkriegen gehörte Manětín an Švamberk-Geschlecht, dem es Kaiser Zikmund seit 1420 verpfändet hatte. 1483 kaufte Bohuslav von Švamberk Manětín als Erbeeigentum und er fügte es mit benachbartem Krasíkov an. Seit 1544 war Manětín im Besitz des Freiherrn Volf Krajíř zu Krajek, allerdings nach seiner Teilnahme am Standeswiderstand gegen Ferdinand I. wurde es ihm in 1547 beschlaggenommen. Die nächsten Besitzer von Manětín waren Šliks zu Holíč und seit 1560 Hrobčický´s zu Hrobčice. Dieses Geschlecht musste es aus finanziellen Gründen an Freiherren von Roupov in 1617 verkaufen. Diese Freiherren verlieren es im Laufe der Weißberger Konfiskationen in 1622. Der ganze Besitz für 31.250 Meissner Schock gewinnt Estera Mitrovská zu Nemyšl, geboren als Lažanská zu Buková. Sie starb freilich ohne Nachkommen und als Erbe bekam Manětín ihr Bruder Ferdinand Rudolf Lažanský zu Buková. Damit beginnt das Zeitalter der Grafen Lažanský in Manětín, die es mehr als 300 Jahren besassen.
Unter Grafen Lažanský kommt es in Manětín zur ungewöhnlichen Prosperität und wirtschaftlichen Stabilität. Die Persönlichkeiten, die die wirtschaftliche und auch künstlerische Blüte am meisten verursachten, waren Graf Václav Josef Lažanský (1673 - 1715) und vor allem seine Ehefrau Maria Gabriela Lažanská (? - 1758), Enkelin von Humprecht Černín zu Chudenice. Diese spendable Mäzenatin versuchte ihr bescheidener ländlicher Sitz zu einem Kulturhofsitz verwandeln. Dafür spricht Anwesenheit einer Reihe der bedeutenden Künstler - Bildhauer Štěpán Borovec und Josef Herscher, Maler Petr Brandl, Filip Kristián Bentum und Václav Dvořák u. a. Es gab hier nicht nur bildende Künstler, sondern auch Andere wie z. B. Kartograf, Historiker, Organist und Komponist Mauritius Vogt (aus Kloster in Plasy), oder Musiker Jaroslav Plánický und sein Sohn Antonín Josef Plánický, der gleichzeitig Mentor der gräflichen Kinder war.
Nach der Lösung der patrimonialen Verwaltung wurde Manětín Zentrum vom Gerichtsbezirk Manětín. Es war ein lebendes Städtchen mit 1343 Menschen (nach der Volkszählung in 1890 waren es 977 Tschechen und 363 Deutsche). Die Meisten meldeten sich zur römisch-katholischen Religion, nur 6 zur jüdischen Religion.
Jan Karel Lažanský (1857-1932) war der letzte Besitzer der Herrschaft Manětín aus seinem Geschlecht, er war ein Ehrenritter des Johanniterordens und ein konservativer tschechischer Politiker. Mit seiner Gemahlin Ida, Tochter des Karel III. von Schwarzenberg zu Orlice, hatte er drei Kinder. Ihr einziger Sohn Karel Jan, Leutnant des 13. k. und k. Dragonerregiments, starb am Anfang des Ersten Weltkrieges im bosnischen Bijeljina. Töchter Terezie a Vilemína heirateten Brüder Josef und František, Grafen von Seilern-Aspang. Vilemína entschlief im Herrn kurz nach ihrer Hochzeit. Terezie (1890-1979), nach Vaters Tod die lebenslängliche Nutznießerin des Grossgrundbesitzes Manětín-Rabštějn, hatte als die Einzige von ihren Geschwistern eigene Kinder, und zwar zwei Söhne František Josef und Jan Karel, und Töchter Ilona und Ida. Der Jüngste von ihnen, Jan Karel von Seilern-Aspang (1921-1944), wurde Erbfolger der Herrschaft Manětín, jedoch fiel er in Juli 1944 als 23-jähriger auf der deutschen Front in Galizien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Besitz der Familie von Seilern-Aspang nach den Presidentendekreten verstaatlicht. Terezie, die nach dem Tode seines Ehemanns ständig in Manětín lebte, wurde nach Österreich vertrieben. Sie starb am 1. Januar 1979 in Waidhofen an der Thaya kurz vor ihren 90 Jahren.







