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Schloss
Eine mittelalterliche Festung, die im Nordwestecke des heutigen Baus stand, war ein Vorläufbauwerk des heutigen Barockherrensitzes. Hrobčický´s, die die Herrschaft Manětín vom Geschlecht Švamberk in 1560 übernahmen, siedelten im Gegenteil zu ihren Vorläufern wirklich in Manětín. Die Stadt wurde dadurch das Zentrum der selbstständigen Herrschaft. Unter Jeroným Hrobčický zu Hrobčice, dem Jüngeren (+1604), kurz vor 1600, wurde die Festung erweitert und nachher zum Schloss umgebaut. Die Fläche des Herrensitzes nahm den wesentlichen Teil der heutigen Fläche des Schlosses ein. Dieser Umbau war im Geiste der Representation vorgehabt, was die Fragmente der Renaissancefassade bezeugen. Diese Fragmente wurden im Laufe der Rekonstruktion in Mai 1997 an der Nordfront bei der Kirche entdeckt.
Nach einem unruhelosen Zeitabschnitt des Dreißigjährigen Krieges kam es unter Karel Maxmilián Lažanský (1658-1695) nach 1670 zu einigen Bauänderungen, mit denen erstens die Lösung des Renaissancecharakters des Schlosses begann. Es wird mit Inschrift „1678“ auf dem zum Wirtschaftshof führenden Portal datiert.
Weiter folgt ein Hochbarockumbau, der unter Václav Josef Lažanský und seiner Gemahlin Maria Gabriela nach dem grossen Brand in September 1712 realisiert wurde. Dieser Brand befiel die ganze Mitte der Stadt. Es entstand im Haus No. 92 und lief weiter über die Kirche des H. Johann des Täufers, die Schule, eine Hälfte der Bürgerhäuser bis zum Schloss, das wahrscheinlich in einem Teil bewohnbar blieb. Die Herrschaften begannen gleich mit einem radikalen Umbau. Laut der letzten bau-historischen Untersuchungen war Thomas Hafenecker (1669-1730) der Architekt, dem Manětín für sein Barockaussehen des Schlosses, der Kirche und auch der urbanistischen Konzeption des Platzes verdankt. Er war ein anerkannter Fachmann, später ein namhafter kaiserlicher Baumeister. Er entwurf die neue Form des Schlosses in 1712-1715 und er führte danach auch die Bauarbeiten fast zu seiner Verfertigung, denn er 1730 starb. Die Bauvollendung übernahm dann sein Landgenosse, Johann Georg Hess, Polier aus Reutt in Tirol, der nach Manětín mit einer Gruppe der Mauer am Anfang des 18. Jhs. kam. Das Schloss wurde wesentlich erweitert. Es entstand ein langes längliches Stockgebäude auf dem Grundriss des Buchstaben L mit anliegendem Wirtschaftshof. Das eigene Schlossgebäude bildet die ganze Südfront des Stadtplatzes. Diese Platzfassade hat 33 Fensterachsen und sie wird durch drei Eingangsportalen erteilt. An der Westseite wird das Schloss durch einen überdachten Gang mit dem Oratorium in der Kirche verbunden.
Das Gepräge des Platzes wurde nach dem Barockumbau ganz geändert. Der bestehende Hang wurde künstlich mit drei hohen Terrassen ausgeglichen, die mit Brunnen, Vasen und Galeriebauwerk von Skulpturen und Statuengruppen verschönert wurde. Der Aufbau in den folgenden Jahrhunderten führte zur Entwicklung der Stadt längs der Hauptstrasse in beiden Richtungen, das Zentrum blieb jedoch ohne wesentliche Änderungen.
Das Schloss wurde der Organisation für Verwaltung der staaltichen Felder und Wälder als Konfiskat nach 1945 zugewiesen. Es wurde Sitz des Forestbetriebs und es entstanden hier auch Wohnungen für seine Angestellten. Bereits in 1959 wurden der Haupsaal und die ehemalige Bibliothek veröffentlicht, denn es wurde hier aus der Initiative des „Kreises der Freunde von Manětín“ eine Exposition des hiesigen Museums gegründet. Ein Teil der konfiszierten Schlossmöbel kam in 1962 nach Manětín zurück, was eine führende Person des Manětíner Kreises Václav Žalman anregte. Landesmuseum wurde Bestandteil des Bezirksmuseums in Mariánská Týnice am Ende der 70er Jahren des 20. Jhs und seine Exposition wurde dadurch erweitert. Das Bezirksmuseum übernahm auch das Schlossgebäude in seine Verwaltung in 1988 und es begann schrittweise mit seiner Renovierung. Seit 2002 haben das Schloss und sein Park den Status des Nationalkulturdenkmals. Heutzutage verwaltet es Nationaldenkmalinstitut, sein Pilsner Dienstort.







